Während viele Agrarmärkte 2026 unter Druck stehen, zeigt die Geflügelhaltung weiter nach oben – bei Eiern genauso wie beim Fleisch.

Die Geflügelhaltung ist derzeit der eigentliche Wachstumsmarkt in der Nutztierhaltung – und das in einem Jahr, in dem viele andere Sparten unter Druck stehen. Deutlich zeigt sich das beim Ei: Während die Erzeugerpreise quer durch die Landwirtschaft im Frühjahr 2026 spürbar unter Vorjahr lagen, legten Eier gegen den Trend zweistellig zu. Auch jetzt wo die Eierpreise saisonüblich sinken, sind vor allem die heimischen Eier mit KAT-Zertifizierung knapp und gesucht. Der Selbstversorgungsgrad liegt in Deutschland bei nur gut 70 % und der Pro-Kopf-Verbrauch steigt weiter – allein zur Deckung der neuen Nachfrage fehlen in Deutschland Millionen Legehennenplätze.

(Bildquelle: Giesselmann)

In der Hähnchenmast wiederum herrscht, wie Berater es offen nennen, „Goldgräberstimmung“: Sinkende Futterkosten treffen auf eine stabile Nachfrage nach dem vergleichsweise günstigen Geflügelfleisch, die Deckungsbeiträge sind außergewöhnlich hoch. Auch bei Pute und sonstigem Geflügel sind die Erzeugerpreise auf hohem Niveau.

Das hohe Erlösniveau übersetzt sich unmittelbar in Investitionsbereitschaft. Neueinsteigerseminare sind ausgebucht, und gerade Schweine- und Milchviehhalter schauen sich nach einem zukunftssicheren, gesellschaftlich akzeptierten Betriebszweig um – das einzige echte Hindernis bleibt die Genehmigung.

Das hohe Niveau bei den Geflügel- und Eierpreisen begünstigt die Investitionsbereitschaft in einem wachsenden Markt.

Wie konkret dieser Wandel in den Betrieben aussieht, zeigen viele aktuelle Praxisbeispiele:

Hähnchenmast statt Milchkühe

Legehennenstall statt Schweinehaltung

Geflügeltagung Osnabrück: Super Marktchancen für Geflügel – nur die Politik bremst | top agrar

Eierpreise fallen weiter: XL bleibt in Woche 25 stabil | top agrar

Gute Erträge in der Hähnchenmast können blenden | top agrar

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